Die letzten 500m. Die Gitterabsperrungen stehen schon. Im Augenwinkel les ich was von 20%.
Ich fahre im Wiegetritt, den Blick am Boden

PINOT
PINOT
PINOT
PINOT
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Hier ja nicht absteigen müssen, vor all den Leuten. Ich kämpfe mich die erste Rampe empor.
Es wird kurz flacher. Da, hinter der in Falllinie aufsteigenden Baumreihe muß er sein, der
mörderische Schlußanstieg.

Ich sehe Bilder der Tour 2017 vor mir, als Froome in einer steilen Rampe kurz vorm Ziel fast vom Rad zu kippen schien. War das hier? (nein, war es nicht, die 12.Etappe 2017 war in den Pyrenäen)
Ich bekomme Schiss – und nehme den chicken run zum Restaurant.
Das kühle Bierchen dort am Schlußanstieg der Planche des Belles Filles ist gerade Recht um sich von den Strapazen des Vormittags zu erholen.

Route du Ballon – am Croix du Trou de l’Enfer

Die Tour begann in Le Thillot, genauer gesagt etwas oberhalb des Col des Croix (694m), am Croix du Trou de l’Enfer (weil ich vorher keinen passenden Parkplatz fand), weshalb ich am Ende des Tages noch einen Schlußanstieg vor mir hatte.

Forêt Domaniale de St. Antoine

Die hier beginnende kleine Straße „Route du Ballon“ führt zunächst hoch zum Col du Ballon de Servance (1158m), schmal und einsam.
Von dort schlängelt sie sich im Forst von Saint-Antoine hinab bis zur Hauptstraße, dem Beginn des Anstiegs zur Planche des Belles Filles.
Dieser Streckenabschnitt gehört ab sofort zu meinen Lieblingstrecken! Mal dichter, mal weniger dichter Wald, hin und wieder einen Blick ins Tal freigebend, schmal, sanfte Kurven mit kleinen Mäuerchen, ohne Verkehr.
Genial!

Abfahrt von der Planche des Belles Filles

Ganz anders die darauf folgende Auffahrt zur Planche des Belles Filles (1148m). Super breite Autostraße, deren Reiz für mich nur darin liegt, dass die folgenden 6km bei ca. 8% Durchschnittssteigung mit Spitzen um die 13% ein berühmtes und schweres Tour de France Etappenziel ist.

Den Namen kannte ich, daher hatte ich diesen Buckel heute als Tagesziel ausgewählt. Wohin ich da aber eigentlich unterwegs war, habe ich erst realisiert, als ich auf die letzten 500m einbog. Die Gitterabsperrungen für die Tour de France Etappe am Donnerstag, überall fleissige Bauarbeiter, neugierige Wanderer und Restaurantbesucher und irgendwo was von 20%.
Kurz überlegt und rein in die Zieleinfahrt. Ja, und dann hat mich, wie ihr bereits wisst, nach der ersten Rampe der Schneid verlassen.
Nicht so schlimm, denn all die letzten Jahre war hier auch das Ziel (siehe Etappe 2017 ).

La Super Planche de Belles Filles

Doch heuer haben die Burschen von der ASO noch einen draufgelegt und die Strecke um einige Hundert Meter und zwei 24% ige Rampen verlängert. Nennt sich jetzt „La Super Planche des Belles Filles“( siehe 6.Etappe Le Tour 2019  ).

Ein holländisches Pärchen(hat mich im Lauf des Tages mehrmals überholt – sie fuhren schneller, ich machte „schneller“ Pause) war durchgefahren und berichtete, dass man sich weit nach vorne über den Lenker beugen musste, um überhaupt hochzukommen (kennt man vom MTB, ich nenne das „in den Lenker beissen“).
Im nachhinein bereue ich, die letzten Meter nicht doch versucht zu haben :-/


Anmerkung: gefahren am 05.07.2019

zählt leider nicht für die TT-Palmares – schnief