Da haben wir uns gerade mühsam die Steigung hochgekämpft und jetzt das: für Radfahrer gesperrt!
Als Rennradfahrer hat man es in der Gegend rund um Riva nicht leicht. Den Autos gehört die Straße. Radfahrer und Fußgänger teilen sich den Rad-/Fußweg. Mit Radfahrer sind hier Mountainbiker gemeint, die brauchen keinen asphaltierten Untergrund, wir schon. Gibts aber nicht überall!
Doch der Reihe nach.

PONALE PASSSTRASSE

“Schuhplattler”

Start morgens um 9:30 am Hotel in Torbole. Anselms Schuhplatten bedürfen noch einer Feinjustage dann kann’s losgehen.
Wir schlängeln uns am ausgeschilderten Radweg zwischen Fußgängern und entgegenkommenden Radlern hindurch und erreichen schließlich den Beginn der alten Ponale Straße. Eine beindruckende Wegführung, leider unbefestigter, steiniger Untergrund für Fußgänger und Biker. Wir sind bis auf ein britisches Päarchen die einzigen, die sich mit Rennrädern hier herauf wagen. Wer hier mit schmalen Pneus hochfährt riskiert einen Plattfuß. Aber wer mit dem Renner zum Ledrosee hoch will, muss hier durch. Es gibt keine Alternative, die Autostraße ist für Fahrräder gesperrt.

Am Restaurant Ponalealto haben wir zwar wieder festen Asphalt unter den Reifen, aber schon ein paar Meter weiter taucht das nächste Problem auf. Die Kehren hoch zur Fahrstraße nach Biacesa sind wegen Bauarbeiten gesperrt. Bleibt als einziger Ausweg den Mountainbikern hoch Richtung Pregasina zu folgen. Dort soll es einen Tunnel nach Biacesa geben, den wir gemäß Aussage eines Bauarbeiters mit den Rennrädern befahren können.

Ein hübsches, schmales und tatsächlich asphaltiertes, von einem kleinen Mäuerchen begrenztes Weglein führt uns nun in mehreren Kehren hoch zum Tunneleingang. Tja, und wie eingangs beschrieben dürften wir den nicht durchfahren.
Machen wir aber!

LEDRO SEE

Am anderen Ende des Tunnels erreichen wir endlich das Val di Ledro und folgen der Fahrstraße und dem Radweg hinauf zum Ledrosee.

Wir umfahren den See auf seiner ruhigen Südseite und in Pieve di Ledro ist es schließlich soweit. Wir müssen uns von Anselm und Michi trennen, die hier beide aus beruflichen bzw. privaten Gründen umkehren und die Heimreise antreten müssen. Aber wie formulierten schon vor ca. 200 Jahren die Ureinwohner dieses Landstrichs(und ein gewisser FJS): “pacta sunt servanda”.
Der Rest der Truppe – Manfred, Werner, Willy und ich – entschließt sich noch den Tremalzo anzugehen.

PASSO DI TREMALZO, 1664m

Wir folgen nun stets dem schmalen Rad-/Fußweg, der vorbei am Ort Tiarno schließlich hinein ins Val d’Ampola zieht. Die letzen 2 Kilometer sind mal wieder Sandstraße, und wir sind froh am Ende des Lago d’Ampola endlich auf die Passstraße zum Tremalzo zu treffen.
Der Anstieg führt mit relativ gleichbleibender Steigung zum Großteil durch Wald. Er bietet daher bis auf die letzten 100Hm auch keine besonderen Ausblicke. Daher fuhren wir, jeder in seinem Tempo, die 13km ohne Pausen im einem Rutsch durch bis hinauf zum Passo di Tremalzo.

Tremalzo – Ende der Fahrstraße

Ristorante am Tremalzo

Hier endet der Asphalt. Die letzten 3 km wurden bereits von leichtem Nieselregen begleitet. Im Ziel am Rifugio Garda lagen alle Berge bereits im Nebel. Hier genehmigten Werner, Willy und ich uns eine Stärkung. Vom Weissbier bis zu Spaghetti Bolognese war alles geboten.

Nach einer Stunde war Manfred noch nicht da, Handykontakt war mangels Empfang mal wieder nicht möglich, also machten wir auf die Suche nach Manfred.

Ristorante Ampola

im Ristorante Ampola

Und siehe da. Dieser hatte es sich unterhalb der düsteren Regenwolke im Trockenen gemütlich gemacht, allerdings noch nichts gespeist.
Gemeinsam fuhren wir nun ab ins Tal und steuerten dort angekommen umgehend das Ristorante Ampola an.

In diesem gemütlichen Lokal öffnete uns die Wirtin gleich das Nebenzimmer, und bei Panini und Getränken ließen wir es uns gut gehen.

RUECKFAHRT

Genervt von den Radwegen wählten wir für den Rückweg die Fahrstraße. Eine gute Entscheidung. Ständig die Führung durchwechselnd erreichten wir fast mühelos den Abzweig zur alten Ponalestraße. Unter Rücksichtnahme auf Bereifung und Fußgänger kamen wir heil in Riva an.

Zum Hotel war’s dann nur noch ein Katzensprung.