Kleine Tour de France Etappe

Es ist Juli und High-Season des Radsports. Die Tour de France ist noch voll im Gange, wenn auch zwei Favoriten bereits ausgeschieden sind. Diese Lücke möchten wir (Albertano und Michi) schließen und sind mit einer kleinen Tour de France Etappe eingesprungen. Das Tempo konnten wir nicht mitgehen. So landeten wir auf den beiden letzten Plätzen. Aber, der Besenwagen hat uns nicht eingeholt.
Die 19te Etappe der diesjährigen Tour hatte 128 km und 3500 Hm. Unsere hatte 145 km und nur 350 Höhenmeter weniger. 3 Stunden und 18 Minuten war Pogacars Siegerzeit. Unsere Fahrzeit war 7 Stunden 30 Minuten, wobei Albertano alleine vermutlich die sieben Stunden unterboten hätte.

Ich holte Albertano um 6 Uhr ab. Wir fahren nach Klausen im Eisacktal. Kleines Frühstück in Italien.

Die ersten 27 Kilometer auf dem Eisacktal-Radweg gehen rasend schnell. Dann beginnt der erste Anstieg und der hat es in sich. 9% im Mittel auf fast 1000 Höhenmeter. Aber der drei Kilometer lange Tunnel auf der SS241 ist keine Alternative, auch wenn der für Radfahrer nicht verboten ist. Die alte Eggentaler Straße gibt’s leider nicht mehr.
Wir werden aber von der ruhigen Straße und den schönen Blicken entschädigt. Es folgen weitere kleine Anstiege. In Welschnofen treffen wir auf die Passstraße. Jetzt lass ich Albertano ziehen, merke den langen Anstieg. Nach fast 2000 Meter bergauf treffen wir uns auf dem Karerpass. Was ein langer Anstieg! Mittagessen.

Blick auf Bozen

Nach Obergummer
Nach Obergummer

Nach Obergummer
Karer See

Michi am Karerpass
Albertano am Karerpass

Abfahrt nach Vigo di Fassa

Die Ostabfahrt ins Fassatal ist easy. Dafür blässt uns unten der Wind bis Canazei ins Gesicht. Wir nehmen den Radlweg, der ab Campitello di Fassa nagelneu ist.
Es ist Ferienzeit und in Canazei steppt der Bär. Nichts wie weiter. Doch auch der Verkehr passt sich bis zum Abzweig „Pordoijoch“ der Ferienzeit an. Danach herrscht erstaunlicherweise Ruhe. Ist das Sellajoch nicht so beliebt? Die Kulisse ist traumhaft. Zeit haben wir auch noch, so beschließen wir noch auf’s Grödner Joch zu fahren. Es bleibt total ruhig. Wir genießen die Abendstimmung.

Anstieg zum Sellajoch

Dolomiten
Albertano am Sellajoch
Michi am Sellajoch

Auf dem Weg zum Grödner Joch
Blick zur Sella del Culac

Grödner Joch

Was jetzt folgt sind 40 Kilometer Abfahrt. Wir wollen dem Besenwagen entkommen!
Kurz vor 19 Uhr erreichen wir die Ziellinie.
Ein super schöner Tag in den Dolomiten, oder wie Albertano am nächsten Tag schrieb:
… ich bin noch mit dem Geist in den Dolomiten

Steckbrief

  • Tour: Kleine Tour de France Etappe
  • Distanz: 145
  • Höhenmeter: 3140
  • Pässe: 4
  • Pässe < 1000m: -
  • Hinweise:
    4 Tunnel zwischen St. Ulrich und Klausen (alle um die 100 m lang)
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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Albertano Caruso
    Albertano Caruso

    An nur einem Tag von München ins Herz der Dolomiten! Am nächsten Tag habe ich mich gefragt, ob das alles nur ein Traum gewesen sei. Traum und Wirklichkeit haben sich auf magische Weise miteinander verflochten, wie es nur selten vorkommt. Danke Michael!

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