In der Nacht hat’s geregnet. Heute ist es nicht nur heiß, sondern auch dampfig. Heute steht die (vermeintliche) Regenerationsrunde auf dem Plan. Willi ist heute der Tour-Guide und hatte mit viel Akribie eine kurze 40 Kilometer-Runde zusammengestellt.
Wir lassen uns heute früh Zeit und warten, bis die Straßen auftrocknen.
aussi (hinaus)
Raus aus Ampezzo auf der Landstraße. Es geht bergab, es ist angenehm kühl. Wir umgehen die Hauptstraße bei Socchieve.
Ein paar nicht geplante Abschnitte müssen wir wegen Baustellen in Kauf nehmen. So rollen wir recht entspannt bis Esemon di Sopra.
ummi (hinüber)
Eine Brücke bringt uns über den Torrente Degano. Ab jetzt befinden wir uns auf den Radlweg einer vermutlich alten Eisenbahnstrecke. Nach zwei kurzen Telefonaten muss ich ganz schön in die Pedale treten, um die Crew wieder einzuholen. Weiter nördlich queren wir den Fluss zum zweiten Mal und befinden uns jetzt am Einstieg eines mehr als 900 m langen Anstiegs. Mittlerweile ist es warm und brutal dampfig.
aufi (hinauf)
Die Straße ab Muina ist in keinem besonders guten Zustand und der heftige Regen in der Nacht spülte reichlich Kiesel, Sand und Laub auf den Asphalt. An einer der engsten Stellen kommen uns zwei Laster mit Holzschnitzel entgegen. Es gibt keine Ausweichmöglichkeit. Uns bleibt nur der Wald. Wir erreichen eine Hochebene mit hübschen Wochenendhäusern.
zruck (zurück)
Nach einer kurzen Pause genießen wir ein Stück Abfahrt. Mir kommt es ein bisschen komisch vor, hatten wir im Profil eigentlich keine Abfahrt zu diesem Zeitpunkt ausgemacht. Jetzt stehen wir förmlich am Abgrund. Enge Kehren hinab in eine bewaldete Schlucht. Wir diskutieren und kehren um.



Aha! Den Abzweig zur Kirche hatten wir verpasst. Es folgen einige steile Kehren im zweistelligen Bereich. Endlich erreichen wir ein großes Steingebäude mit Trinkwasserbrunnen und einer tollen Aussicht auf die Hügel. Unser Tour-Guide erklärt den finalen Abschnitt bis zur Forcella Pani. Erst runter, dann 250 Höhenmeter rauf. Mit Regeneration hat das wenig zu tun, aber das war ja auch nur eine Wunschvorstellung.
owi (hinunter)
Unspektakulär im tropischen Wald, markiert eine weißen Linie quer über die Straße die Passhöhe. Willi hatte aus Gründen des Mitleids diese Runde gegen den Uhrzeigersinn geplant. Was jetzt folgt sind 660 Meter Abfahrt auf 5 Kilometer. Mehrfach bleiben wir stehen, um die Bremsanlage und die Felgen auskühlen zu lassen.
Mittlerweile hat es wieder 37° und wir freuen uns auf die Bar Centrale und einen ruhigen Nachmittag.







