for offroad use only

Seit Tagen breitet sich eine Hitzewelle über Bayern aus. Bis zu 41° ist die aktuelle Prognose für den kommenden Sonntag. An Radeln ist kaum zu denken, außer man ist schon früh über 2000 m.

Die Auffahrt zur Rotmoosalm könnte meine erste Mountainbike-Tour mit Edi gewesen sein, aber ich favorisierte das Gravelbike als meinen fahrbaren Untersatz. Zur Einstimmung, was es heißt, sich abseits der asphaltierten Straßen im Gebirge zu bewegen, erheiterte mich Edi bei der Fahrt nach Leutasch mit Texten aus dem ersten Band „for offroad use only“ (1989) von Elmar Moser. Ob es diesen Pionier der Mountainbikeführer wirklich gibt, wird im Netz rauf und runter diskutiert. Seis drum. Hier die Einleitung zu „Von Francesco’s Kleidung“

Manche lächeln über all die Hobby-Rennradler, die wie der leibhaftige Francesco Moser gekleidet durch die Lande pedalieren. Man kann sie kaum von den Akteuren der Tour de France unterscheiden, die Ärmsten – hoffentlich sind sie auch so leistungsfähig, wie es ihr sportives Dressing der Umwelt signalisiert.

Die Anfahrt war nur von kurzer Dauer, wählten wir unseren Startpunkt aufgrund von Parkplatzrestriktionen nahe beim Katzenkopflift. Südöstlich, entlang der Leutascher Ache, bewegten wir uns in flotter Geschwindigkeit in schattigen Gefilden und erreichten gut gelaunt das Gaistal.
Nach einer kurzen, aber heftig steilen Exkursion meinerseits bedingt durch den Ausfall des GPS-Signals befand ich mich so lange im Nirgendwo, bis Edis Anruf mich zurück in die Realität katapultierte. Am Abzweig zur Hämmermoosalm waren wir wieder vereint. Diese ließen wir jedoch links liegen. Die Gaistalalm war das Ziel der gemütlichen Anfahrt.
Da lag sie jetzt vor mir – eine echte Mountainbikestrecke. Steil, loser Untergrund, noch steiler, noch loserer Untergrund, am steilsten, losester Untergrund. Begleitet wurden wir von mitfühlenden Blicken zahlreicher Jungrinder sowie kurzzeitig durch die der Bewunderung Ausdruck verleihenden vier Tiroler*innen ob unseres fehlenden E-Antriebs.
Nach 54 Minuten erquickender Quälerei warteten wir auf die mittlerweile obligatorische und redlich verdiente Speckknödelsuppe. Bei angenehmen 21° ließen wir unsere „Francesco Klamotten“ im lauen Gebirgslüftchen trocknen, bis dann kurz vor 11 Uhr die Küche mit uns ein Erbarmen hatte.

Luft ablassen, so hatte ich es bei der Kuhalm-Tour gelernt. Nach der mental schweißtreibenden Abfahrt wurde ich über die Vorteile breiterer Reifen kundig vom erfahrenen Francesco Foitara aufgeschlaut.

Die Vormittagstour auf die Rotmoosalm (2030 m ü.A.) ist eine Möglichkeit, der bayrischen Hitzewelle zu entgehen. Eine andere wäre eine Eistonne.

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